Reise blog von Travellerspoint

Krishna goes Youtube-

oder warum Kuhmist besser ist als Milch

semi-overcast

Hey Ihr Lieben,

wir liegen den ganzen Tag am Strand und schauen den Wellen zu. Ab und zu läuft Mal ein Eisverkäufer vorbei und bietet uns seine Waren an. Heute ist ein neues Pärchen aus England angekommen, ich glaube wir werden gleich Mal zu Ihnen an den Pool hinübergehen. Wir erholen uns gut und schicken viele Grüße in die Heimat.

Bis bald Eure Julia

WER WILL DENN SO WAS LESEN?

Ich liege mit Sicherheit nicht den ganzen Tag am Strand und das Pärchen aus England und den Pool gibt es nicht. Aber nach gewissen Sicherheitseinwänden aus der Heimat wollte ich Mal eine "provokative Urlaubskarte" in meinen Bericht einbauen! :) Und da ich bald wieder in männlicher Begleitung reisen werde, stehe ich ja auch wieder unter angemessenem Schutz.:)

Neben einer Wanderung in das Tal der Kondore habe ich mich noch religiös inspirieren lassen und zwei Tage in einer Krishnacommunity verbracht. Bevor jetzt vor allem die älteren Generationen die Hände über den glatzigen Köpfen zusammenschlagen lest zunächst Mal weiter...

Ich habe selten so warmherzige und gastfreundliche Menschen erlebt, die einen an dem ganzen Leben in der Gemeinde haben teilhaben lassen. Regeln gibt es nur wenige, im wesentlichen darf man niemand wehtun, inklusive einem selbst. Gegessen wird vegetarisch. Vor dem kochen muss man sich duschen und den Mund ausspülen. Es wird großen Wert auf Hygiene gelegt (was hier aber keinen davon abgehalten hat die Küche nach dem Kochen als Saustall zurückzulassen). :)

Hier habe ich gelernt, dass Kuhmist für noch mehr verwenden kann als Kompost und Biogas. Man damit nämlich auch Häuser bauen! Und zwar geht das so: Milch gegen Kuhmilch tauschen und anschließend Erde mit Kuhmst mischen. Daraus werden dann die "Steine" geformt und hübsche Häuser errichtet. Die Toiletten sind wie zu Omas Zeiten bessere Nachttöpfe ohne Blümchen dafür aus Hartplastik. Sie nennen sich aber "banos secos" und sind Komposttoiletten. Alles wird also wiederverwertet. :)

Zudem habe ich mich weniger erfolgreich im Yoga versucht. Gelenkig war ich noch nie und die Tatsache hat sich nun wieder bestaetigt. Bis heute hat sich daran nichts geaendert. Waehrend die anderen im Stand bei durchgestreckten Beinen locker ihre flachen Haende auf den Boden legen konnten, sehe ich ihnen voller Neid dabei zu und versuche gerade mein Verhaeltnis von Bein- zu Armlaenge zu berechnen. Um alles noch schlimmer zu machen kommt die Yogalehrerin vorbei und drueckt und schiebt an allen Koerperteilen herum - einzig mit dem Ziel alles moeglichst viel und schwer zu verdrehen und zu dehnen. Mir ist ja bewusst, dass nur guter Wille dahintersteckt, aber ich fuehle mich ein bischen wie als Kind im Ballett. Mir liegt es einfach nicht meinen Koerper zu einem "S" oder einem zusammengeklappten "I" zu verbiegen. Schon mit vier Jahren im Ballett war ich die einzige, die nicht in den Spagat hinuntergekommen ist... Und heute habe ich Muskelkater von dem ganzen Spass!

Auch habe ich Bekanntschaft mit einem Buch gemacht, der "Revolucion de la cuchara" was so viel die "Revolution des Löffels" heißt. In Cartoongeschichten wird verdeutlicht wie grausam wir mit Tieren umgehen - vielleicht übertrieben, aber durchaus nachdenkenswert... Die paar Tage waren interessant, aber mir doch zu extrem. Auch mit ein paar schönen Gedanken konnten Sie mir Ihre Religion nicht schmackhaft machen. Aber ich hätte mehr Überzeugungsarbeit vermutet - aber nichts dergleichen. Mit einer absoluten Ruhe wird einem jede noch so blöde Frage beantwortet. Es waren zwei sehr spannende Tage.

Kultur gibt es in Peru noch und nöcher, aber das beliebteste Ziel ist wohl Machu Picchu. Auch wenn mich jetzt wahrscheinlich die Südamerika(ner)fans steinigen werden, so konnte ich diesem "Unescoweltkulturerbe(!)" nur wenig abgewinnen. Trotz organisatorischer und architektonischer Höchstleistungen der Inkas - mich haben die Ruinen nur mäßig beeindruckt. Hinzu kommt, dass es in der Höhe (2.300 Meter) anstrengend ist herumzulaufen - und mit gefühlten 0 Prozent Sauerstoff das Denken keinen Spaß macht...:)

Ich hoffe Ihr seid alle ohne Blessuren in das neue Jahr gerutscht und habt angemessen Weihnachten gefeiert! :) Ich habe Silvester mit einer Reisebekanntschaft aus Hong Kong in Cuzco (Peru) verbracht und mich beim Weihnachtsmenü von Kristin inspirieren lassen und für meine chilenischen Gastgeber deftigen Kartoffelsalat mit Würstchen gemacht. Als Nachtisch gab es Lebkuchen und norwegischen Milchreis mit Mandelnsuchen und allem Schnickschnack.

Eingestellt von lulela79 10:37 Archiviert in Peru

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