Reise blog von Travellerspoint

Bi Ba Bussemann -

oder Frauenunterwäsche im Bus...

sunny 30 °C

Hey Ihr Lieben,

so, nun bin ich fast schon wieder zu Hause, naemlich im Sueden Mexikos angekommen. Ein paar schoene Wochen liegen noch vor mir, in denen ich mich verarsch. lassen und wundern kann. Warum Guatemalteken von alten Mayapyramiden pinkeln beispielsweise. Oder dass es sehr amuesant sein kann, wenn der Busfahrer einen Hund ueberfaehrt und man das Knacken der Knochen auf jedem Sitz hoeren kann! So manchmal frage ich mich, ob wir eigentlich alle von der gleichen Affenart abstammen...

Aber egal, ich will ja nicht meckern. Obwohl ich es schon ein wenig stoerend finde, dass Geldautomaten bei einmaliger Auszahlung den dreifachen Betrag abbuchen, dass Shahar ausgeraubt und ihm auch schon andere Dinge gestohlen wurden. Um jetzt Mal juristisch ein wenig zu "klugscheissern" kann ich selbstverstaendlich auch heute noch die Unterschiede von Diebstahl (wechnehmen) und Raub (wechnehmen unter Gewalt)im Schlaf herunterbeten und wir hatten schon alles! Bzw. meine israelische Reisebegleitung, ich hatte bis auf die Geldautomatenstory, immer Glueck. Naja, ernsthaft ist noch nichts passiert und das soll auch bis zum Ende der Reise so bleiben:)

Aber eigentlich wollte ich ja ein wenig von den Bussen erzaehlen. Nachgerechnet habe ich nicht, aber grob geschaetzt habe ich mehr 400 h im Bus verbracht - Lokalstrecken und Taxifahrten nicht mit eingerechnet.
In Asien kommt man ja mit einer VIP-Bus-Buchung fuer ein paar Euro mehr recht weit und die Chance dort ueberfallen zu werden ist schliesslich auch viel geringer als in Sued-und Zentralamerika. Interessant wird es dann so ab Peru und weiter noerdlich. Hier kommt es schon auf die Gesellschaft an - wichtig ist, dass die Busse nicht halten, damit nachts keine ungebetenen Gaeste einsteigen und alle Fahrgaeste ueberfallen koennen. Auch wenn es in Europa von wenig Nutzen sein wird, eine der Busgesellschaften in Peru ist "Cial". Cial ist auch die erste FA. weltweit, die meinen Fingerabdruck hat - dabei dachte ich, dass ich meinen esten Fingerabdruck in Amiland lassen müsste. Cial kontrolliert bei jeder noch so kurzen Fahrt Paesse und nimmt meist auch Fingerabdruecke und filmt alle Einsteigenden. In Zentralamerika hat man dann aber kaum noch andere Moeglichkeiten, als mit den sogenannten "Chickenbussen" zu fahren. Und die heißen so, weil ALLES damit transportiert wird.

Kurze Auszüge der nervendsten Busfahrten:

Von Panama nach Costa Rica:
Mitten in der Nacht erreichen wir die Grenze von Panama zu Costa Rica. EIGENTICH ist der Grenzuebergang 24 Stunden taeglich geoeffnet. EIGENTLICH waere selbstverstaendlich nix ohne Ausnahmen...Natürlich ist der Übergang bei uns geschlossen und der Busfahrer macht sich einfach MAl schnell aus dem Staub (wahrscheinlich schläft er bei einem Freund). Wir stehen dafür mit 50 anderen draußen in der Kälte und warten. Und warten noch ein wenig. Bis plötzlich alles ganz schnell gehen muss und wir unser Gepäck der Reihe nach von einem wenig ernstzunehmenden Drogenpudel untersuchen lassen müssen. Nach 5 h können wir den Grenzübergang dann verlassen...

Durch viele kleine Länder nach Guatemala:
Oder auch bei der 15 h-Fahrt durch Honduras, El Salvador nach Guatemala. Nach zig Kontrollen beschließt ein Drogenpolizist unseren Bus zu durchsuchen. Und ich kann Euch nun auch sagen, wo ihr keine Drogen schmuggeln solltet: im Lautsprecher des Busses. Denn aus diesem besagten Lautsprecher (das ist das einzige, was jeder noch so schrottige Bus hat - eine Mordsanlage, um die spanischen Schnulzen zu hören), schaute eine verdächtige, blaue Plastiktüte heraus. ich habe in diesen Ländern bei Drogenkontrollen immer ein unangenehmes Gefühl, weil man schließlich ja nie weiß, was einem jemand so ins Gepäck schmuggelt. Praktischerweise sitze ich auch noch direkt unter dem Lautsprecher -super. Meine männlichen Reisebegleitungen versichern mir aber, dass die Polizei ohne Fingerabdrücke auf der Plastiktüte gar nichts machen könne. Ach, ich wäre ja auch gern so naiv, das zu glauben! Als ob rechtsstaatliche Kriterien hier jemanden interessieren würden!

Na und was finden die schlauen Grenzbeamten in der Plastiktüte im Lautsprecher? Na? FRAUENUNTERWÄSCHE und einen BADEANZUG! Und noch viel spannender - was macht man dann mit sowas? NA klar, alles wieder in den LAutsprechern hineinstopfen und anschließend zuschrauben! NAch dem ganzen Stress muss der Busfahrer erst Mal ein Nickerchen halten. in ZEntralamerika geht das so: Gepäckstücke der Fahrgäste zur Seite schieben und auf den Boden legen. Der Erfolg gibt ihm recht - nach zwei Minuten ist ein lautes Schnarchen zu vernehmen. Bei dieser Gelegenheit erfahren wir auch, dass die beiden anderen Männer keine Ersatzbusfahrer sondern nur "amigos" waren. Ein paar h später weckt ein Mädel den Busfahrer und ermuntert zur WEiterfahrt - nach Guatemala!

Nun, länger will ich Euch mit Bussen nicht zutexten, aber das war ein kleiner Auszug aus dem alltäglichen Leben eines Backpackers in Süd- und Zentralamerika.

Mitte April bin ich dann wieder in der Heimat. So spannend die Reiserei auch ist - ich freue mich auf Preise, die ich nicht verhandeln muss, auf frische Luft und natürlich auf Euch! :)

Für Fotos guckst Du dort: http://lulela79.travellerspoint.com/author/153357/

Eingestellt von lulela79 21:42 Archiviert in Guatemala Tagged backpacking Kommentare (0)

Galapagos und Dschungelcamp

Spielen mit Seeloewen und Zitronenameisen essen...

sunny 27 °C

Hallo Ihr Lieben,

nu sind wir gerade wieder aus dem Dschungel zurueckgekommen. Vorher waren wir knapp zwei Wochen auf den Galapagos-Inseln und der Chronologie halber beginne ich einfach Mal mit den Inseln:)

Im Tierfilm auf Galapagos:
Ich kann diese Inseln jedem nur empfehlen - weisse Sandstraende, zutrauliche Tiere, die kaum Furcht vor Menschen empfinden, Darwinfinken, die sich frech auf die Beine setzen oder Seeloewen, die einem am Strand hinterherlaufen. Ich haette nie gedacht, dass man sich wirklich so fuehlt, als waere man mitten im Tierfilm gelandet. Auf dem Weg zum Strand muss man aufpassen, dass man nicht auf Echsen tritt, denn die meisten laufen erst im allerletzten Moment weg. Riesenkakteen (bis zu drei Meter hoch saeumen den Weg zum Strand, wo schon Blaufusstoelpel und Weissspitzenhaie auf einen warten. Nicht zu vergessen die Seeloewen, die so nah an einen herangeschwommen kommen, dass man schon fast Angst bekommt. (Wenn einen solch ein Seehund unter Wasser anbellt und ich die spitzen Zaehne sehen kann, ist mir dann doch nicht so richtig wohl). Auf Nachfrage bei den Locals ist aber alles ok und man muss sich lediglich vor den Maennchen in acht nehmen.

Wir waren mit Seeloewen, Doktorfischen und Delfinen schnorcheln. Je nach Insel sind die Seeloewen mehr oder weniger zutraulich - einer hat sogar den Stock unter Wasser wieder hergebracht, den ich ihm zugeworfen habe! Mit diesem Seeloewen habe ich eine halbe h lang "hol's Stoeckchen" gspielt und er hat ihn immer wieder brav vor mir fallen lassen. Er schien aber enttaeuscht, dass ich nicht vier Meter tief tauchen und mit ihm in der Felsenhoehle herumschwimmen wollte/konnte. Wirklich sehr niedlich und eines der besten Erlebnisse auf der Insel.

Schade fand ich aber wie die Einheimischen dort teilweise die Natur behandelt haben. Die Naturguides haben sich wirklich gekuemmert und haben uns ganz klar gesagt wo man gehen darf und wo nicht (wegen Schildkroeten- und Meerechseneiern am Strand muss man teilweise andere Strecken laufen); aber Motoren wurden wie sonst ueberall auf diesem Kontinent froehlich laufen gelassen, Muelleimer wurden auch nicht immer genutzt und das Geld fuer den Nationalpark geht wohl direkt in das Verschoenern der Ortszentren oder wird teilweise direkt fuer die dortige Gemeinde bei Abreisen bestimmter Inseln erhoben. Die Unesco hat 2007 sogar damit gedroht den Status als Welterbe abzuerkennen, weil das Gebiet nicht gut genug geschuetzt wurde. Der seit einigen Jahren amtierende Praesident Ecuadors scheint aber Gott sei Dank ein wenig naturfreundlicher gestimmt zu sein...

Ab in den Dschungel:
Im Nordwesten Ecuadors (Cuyabeno, im Nordosten Ecuadors) haben wir dann Piranhas gefischt, im Dunkeln Kaimane gesucht und Anacondas an ihrem Schlafplatz aufgesucht. Der Plan war eigentlich einen Kaiman fuers Foto zu fangen (so viel zum Oekotourismus). Wir haben allerdings "leider" schnappen koennen. Stattdessen haben wir im Dunkeln viele roten Augen gesehen (wenn man Kaimane im Dunkeln anstrahlt, dann leuchten die Augen naemlich rot, Schlangen hingegen meist gelb. Nur fuer den Fall, dass jemand das man in naher Zukunft braucht:).

Bei einem Nachtspaziergang sind wir mit Spinnen vertraut geworden. Ganz wichtig bevor man ins Bett geht: Zimmercheck vor Viehzeug. Unser Guide erklaert uns wirklichkeitsnah, wie wir da vorgehen muessen. (Toll, dass wir gerade, bevor uns erklaert wird, dass wir unser Bett vor Schlangen absuchen muessen, noch eine am Eingang der Lodge gesehen haben!) Also das geht so: Schlangen moegen warme Orte - das ist auch der Grund, warum man sie oft im Bett findet. Ich moechte natuerlich direkt Zahlen wissen - haette ich doch Mal nicht gefragt! In aller Seelenruhe erzaehlt der Guide Josè, dass er etwa eine Schlange pro Woche aus den Zimmern holen muss. Mit meinem angeborenen "mathematischen Interesse" reche ich aus, dass dies bei drei Zimmern und dem Aufenthalt von vier Tagen eine Chance von 1 zu 6 macht, dass gerade in meinem Zimmer eine Schlange ist! DAS IST ZUVIEL! Ich mag ja das ganze Viehzeug, ehrlich, aber Schlangen bitte nur draussen und Mal ganz sicher nicht in meinem Bett! Bei der darauffolgenden Prozedur fuehle ich mich wie als Kind, wo man "zur Sicherheit" doch noch Mal unter dem Bett nachsieht, ob nicht irgendetwas Boeses darunter lauert. Jede Ecke im dunklen Zimmer wird ausgeleuchtet, Decken geschuettelt und anschliessend das Moskitonetz peinlich genau drueber gespannt, damit nu ja keine Luecke fuer Getier offenbleibt. Auch wenn ich im Nachhinein mit Steve Irvin-Aktionen haette angeben koennen, dass ich todesmutig ruhig weitergeatmet haette, waehrend langsam eine Schlange oder Spinne an meinem Bein entlangkriecht/krabbelt, so war ich doch sehr froh, dass ich mit einer Geschichte weniger aus dem Dschungel zurueckkomme:)

Ausserdem habe ich gelernt, dass Ameisen gut schmecken koennen (haette ich vor zehn Monaten nie gedacht, dass ich Mal Ameise essen wuerde!). Sie leben in einem saeurehaltigem Baum und schmecken deswegen nach Zitrone (deswesen heissen sie auch "lemon antz").

Damit meine Eltern aufatmen koennen: Ich werde nicht nach Kolumbien fahren, sondern direkt nach Panama fliegen (oh wie schoen ist Panama:)
Ich hoffe es geht Euch gut und jetzt kann ich ja schon bis bald sagen:)

Julia :)

Eingestellt von lulela79 10:11 Archiviert in Ecuador Tagged backpacking Kommentare (0)

Krishna goes Youtube-

oder warum Kuhmist besser ist als Milch

semi-overcast

Hey Ihr Lieben,

wir liegen den ganzen Tag am Strand und schauen den Wellen zu. Ab und zu läuft Mal ein Eisverkäufer vorbei und bietet uns seine Waren an. Heute ist ein neues Pärchen aus England angekommen, ich glaube wir werden gleich Mal zu Ihnen an den Pool hinübergehen. Wir erholen uns gut und schicken viele Grüße in die Heimat.

Bis bald Eure Julia

WER WILL DENN SO WAS LESEN?

Ich liege mit Sicherheit nicht den ganzen Tag am Strand und das Pärchen aus England und den Pool gibt es nicht. Aber nach gewissen Sicherheitseinwänden aus der Heimat wollte ich Mal eine "provokative Urlaubskarte" in meinen Bericht einbauen! :) Und da ich bald wieder in männlicher Begleitung reisen werde, stehe ich ja auch wieder unter angemessenem Schutz.:)

Neben einer Wanderung in das Tal der Kondore habe ich mich noch religiös inspirieren lassen und zwei Tage in einer Krishnacommunity verbracht. Bevor jetzt vor allem die älteren Generationen die Hände über den glatzigen Köpfen zusammenschlagen lest zunächst Mal weiter...

Ich habe selten so warmherzige und gastfreundliche Menschen erlebt, die einen an dem ganzen Leben in der Gemeinde haben teilhaben lassen. Regeln gibt es nur wenige, im wesentlichen darf man niemand wehtun, inklusive einem selbst. Gegessen wird vegetarisch. Vor dem kochen muss man sich duschen und den Mund ausspülen. Es wird großen Wert auf Hygiene gelegt (was hier aber keinen davon abgehalten hat die Küche nach dem Kochen als Saustall zurückzulassen). :)

Hier habe ich gelernt, dass Kuhmist für noch mehr verwenden kann als Kompost und Biogas. Man damit nämlich auch Häuser bauen! Und zwar geht das so: Milch gegen Kuhmilch tauschen und anschließend Erde mit Kuhmst mischen. Daraus werden dann die "Steine" geformt und hübsche Häuser errichtet. Die Toiletten sind wie zu Omas Zeiten bessere Nachttöpfe ohne Blümchen dafür aus Hartplastik. Sie nennen sich aber "banos secos" und sind Komposttoiletten. Alles wird also wiederverwertet. :)

Zudem habe ich mich weniger erfolgreich im Yoga versucht. Gelenkig war ich noch nie und die Tatsache hat sich nun wieder bestaetigt. Bis heute hat sich daran nichts geaendert. Waehrend die anderen im Stand bei durchgestreckten Beinen locker ihre flachen Haende auf den Boden legen konnten, sehe ich ihnen voller Neid dabei zu und versuche gerade mein Verhaeltnis von Bein- zu Armlaenge zu berechnen. Um alles noch schlimmer zu machen kommt die Yogalehrerin vorbei und drueckt und schiebt an allen Koerperteilen herum - einzig mit dem Ziel alles moeglichst viel und schwer zu verdrehen und zu dehnen. Mir ist ja bewusst, dass nur guter Wille dahintersteckt, aber ich fuehle mich ein bischen wie als Kind im Ballett. Mir liegt es einfach nicht meinen Koerper zu einem "S" oder einem zusammengeklappten "I" zu verbiegen. Schon mit vier Jahren im Ballett war ich die einzige, die nicht in den Spagat hinuntergekommen ist... Und heute habe ich Muskelkater von dem ganzen Spass!

Auch habe ich Bekanntschaft mit einem Buch gemacht, der "Revolucion de la cuchara" was so viel die "Revolution des Löffels" heißt. In Cartoongeschichten wird verdeutlicht wie grausam wir mit Tieren umgehen - vielleicht übertrieben, aber durchaus nachdenkenswert... Die paar Tage waren interessant, aber mir doch zu extrem. Auch mit ein paar schönen Gedanken konnten Sie mir Ihre Religion nicht schmackhaft machen. Aber ich hätte mehr Überzeugungsarbeit vermutet - aber nichts dergleichen. Mit einer absoluten Ruhe wird einem jede noch so blöde Frage beantwortet. Es waren zwei sehr spannende Tage.

Kultur gibt es in Peru noch und nöcher, aber das beliebteste Ziel ist wohl Machu Picchu. Auch wenn mich jetzt wahrscheinlich die Südamerika(ner)fans steinigen werden, so konnte ich diesem "Unescoweltkulturerbe(!)" nur wenig abgewinnen. Trotz organisatorischer und architektonischer Höchstleistungen der Inkas - mich haben die Ruinen nur mäßig beeindruckt. Hinzu kommt, dass es in der Höhe (2.300 Meter) anstrengend ist herumzulaufen - und mit gefühlten 0 Prozent Sauerstoff das Denken keinen Spaß macht...:)

Ich hoffe Ihr seid alle ohne Blessuren in das neue Jahr gerutscht und habt angemessen Weihnachten gefeiert! :) Ich habe Silvester mit einer Reisebekanntschaft aus Hong Kong in Cuzco (Peru) verbracht und mich beim Weihnachtsmenü von Kristin inspirieren lassen und für meine chilenischen Gastgeber deftigen Kartoffelsalat mit Würstchen gemacht. Als Nachtisch gab es Lebkuchen und norwegischen Milchreis mit Mandelnsuchen und allem Schnickschnack.

Eingestellt von lulela79 10:37 Archiviert in Peru Kommentare (0)

Salar de Uyuni

...oder bolivianische Autos...

Hallo Ihr Lieben,

hier kommen die warmen Weihnachtsgrüße vom anderen Ende der Welt. Immer noch in Chile, aber nicht mehr lang. Denn bald fahre ich weiter nach Peru und dann in den Norden. In der letzten Woche war in Uyuni (Bolivien) - dem größten und höchsten Salzsee der Welt. Ich habe zum ersten Mal seit acht Monaten eine Tour mit Übernachtung gebucht und folgendes ist dabei herausgekommen:

Tag Nummer 1:
Juila startet mit 17 anderen Reisenden in drei Jeeps eine Tour von San Pedro de Atcama in die Mitte vom Nirgendwo Boliviens. Ein paar Lagunen später (in der einen leben Flamingos, andere beinhalten Chemikalien, welche die Farbe des Wassers verändern), kommen wir bei den Hot Springs an. Hier haben wir 30 Minuten Zeit (ich hasse Zeitvorgaben, wenn ich unterwegs bin) und genießen bei über Körpertemperatur das warme, wohltuende Wasser. Bei den heißen Quellen sind wir auf 4.500 Metern angekommen. Fast alle spüren schon die Auswirkungen der Höhe - leichten Schwindel, ein wenig Kopfschmerzen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch alles noch in bester Ordnung.

Die Höhenwohlfühlgrenze scheint bei einem anderen Mädel und mir bei der 5.000-Marke zu liegen. Denn jetzt- wir sind praktischerweise gerade bei den stinkenden Geysiren angekommen -, wird mir immer komischer. Der Geruch nach faulen Eiern macht es auch nicht gerade besser, ebensowenig die Fahrt mit einem uralten Jeep auf einer bergigen Wüstenstraße. Während mit also immer übler wird, gibt gleichzeitig auch noch unser antiquitätenwürdiger Jeep den Geist auf. Mitten in der Wüste, einfach so, wo ich doch krank bin!!!

Super! Wie unser Guide anhand des tropfenden Wassers feststellt, ist der Kühlschlauch kaputt. Also füllen wir entbehrungswillig einen Teil unseres Trinkwassers hinein. Es tropft jedoch weiter (weil ne, Loch isjaimmernochdrin). Macht aber nix, abgesehen von höhenkranker Julia sind alle noch recht gut drauf und wir lassen uns einfach wieder den Berg hinunter rollen - denn dort unten gibt es wohl ein Haus, wo wir übernachten und auf Hilfe warten können. Aber das Glück ist uns hold, denn zum einen fließt dort unten einen Bach, in dem keine Chemikalien herumschwimmen, zum anderen dreht einer der anderen Jeeps, der unsere Gruppe vermisst hat um und hilft. Praktischerweise ist deren Guide gleichzeitig auch noch in der Lage einen altersschwachen Jeep zu reparieren. Reparieren heißt: den wahrscheinlich schon xMal gekürzten Kühlschlauch nochmal ein Stück abzuschneiden und Wasser vom moosigen Bach in Plastikflaschen einzufüllen. Nach kurzer Zeit ist unser Jeep wieder fit - ich bin allerdings gerade dabei mit den Folgen meiner Höhenkrankheit die Wüste zu markieren...

Tag Nummer 2:
Viel Fahrerei, ein paar Felsen, unzählige Lamas, weniger spannend.

Tag Nummer 3:
Der Höhepunkt der Reise - die Salzfelder von Uyuni und die "Isla del Pescado". Das Salz ist so weiß, dass man wunderbar Fotos in verrückten Perspektiven machen kann. (Flasche groß, Menschen klein usw.). Wir experimentieren ein Weilchen und laufen nachher um die "Fischinsel" herum. Fische hat es hier wohl schon mehrere Millionen Jahre nicht mehr gegeben, aber die Form erinnert daran, deswegen hat man ihr kurzerhand diesen Namen gegeben. Auf dieser Insel stehen mehrere Meter große Kakteen, der Weg ist jedoch, wegen der Höhe, recht anstrengend.

Anschließend besuchen wir noch ein Salzhotel mit Museum. In diesem Haus ist alles aus Salz - sogar die Betten, Tische und Stühle. Nach einem kurzen Stopp bei den "Salzabbaufeldern", denn wir sind ja auf einer Tour und haben schließlich keine Zeit, weil wir müssen ja noch viel anderes sehen, geht es an einen der häßlichsten Orte, die ich in acht Monaten gesehen habe - Uyuni. Das einzig halbwegs charmante an dieser Stadt ist der irgendwie immer nur teilweise geöffnete Markt und einige Andenkenläden. (Und natürlich meine Reisebegleitungen, aber die gehören ja schließlich nicht zu diesem Städtchen:). Der Plan ist mit den verbliebenen fünf Leute nach kurzer Zeit nach Chile zurückzufahren - aber in Bolivien ticken die Uhren anders und der Spaß der Rückfahrt beginnt...

Die Nacht Nummer 3 und der Morgen Nummer 4:
Wir werden immer wieder vertröstet, dass unser Auto bald fertig sei. Anstatt am Nachmittag loszufahren, beginnt die Fahrt erst bei Anbruch der Dunkelheit. Jaaaa - und nun erfahren wir, was ein WIRKLICH alter Jeep ist. Wir sind auch nicht so ganz sicher, ob unser Fahrer fit ist oder nicht. Bzw. ich finde es ist ok, aber ein Mädel aus Deutschland nervt so lange wegen seiner Fahrtüchtigkeit herum, bis ich auch überzeugt bin (danke nochmals dafür Evelyn:). Unser Vertrauen in diesen Mann steigt auch nicht dadurch, dass er sich eine 200 Grammtüte Cocablätter kauft und am Ende der Fahrt die Hälfte (!) davon geleert hat. E. und ich fragen den Fahrer also alles, was uns so einfällt, um ihn wach und denkfähig zu halten und um mitzubekommen, wenn sich sein Zustand ändert. Wir wissen jetzt alles über seine Wohnsituation, seine Arbeit, wo er herkommt, wieviele Flamingos in welcher Lagune sind usw... Während unseres Zwangsinterviews stopft er sich immer mehr Cocablätter in den Mund. Er spuckt sie aber auch nicht wieder aus, sondern behält sie alle im Mund. Nach einer h sieht er aus wie ein Hamster und kann auf unsere Fragen nur noch mit "shi" und "no" antworten.

Die Straße beruhigt auch nicht wirklich, denn zwischenzeitlich ist sie (oder das Auto?) so schlecht, dass der Jeep wackelt, rattert und schlingert. Unser Hamster weiß nicht so recht, was er sichern soll - Lenkrad, Gangschaltung, Cocablätter... Während er also auf seinem Sitz herumhüpft und das Auto zusammenhält, fragen wir uns, was passieren würde, wenn wir genau an dieser Stelle von der Straße abkämen. Wir reden uns ein, dass es nicht viel sei, dass wir im Sand steckenbleiben würden... Nach diesen Schlingertouren steigt Goldie auch immer aus und tritt jeweils gegen alle Reifen und diverse andere Stellen am Auto. Auf unser skeptisches Nachfragen erfahren wir, dass selbstverständlich alles in Ordnung ist; das Auto sei doch gerade in der Werkstatt gewesen. Während ich auf dem Beifahrersitz immer wieder einen Blick auf ihn werfe, merke ich, dass er sein Kopf nach vorn sackt. Wir erzwingen eine kleine Pause bevor wir weiter fahren. In der letzten halben h reden wir so laut und lachen ihm ins Ohr, so schläft er hoffentlich nicht ein - denn die Fragen sind uns ausgegangen... Unser Quartier liegt inmitten der Wüste und wir erwarten den Morgen Nummer vier...

Um 4:30 müssen wir aufstehen. Mein erster wacher Moment gilt unserem Fahrer, der in der Dunkelheit die Nase in den Motor steckt. KEIN GUTES ZEICHEN! Die "bateria" ist "rota" und die Zündung (er erwartet wohl nicht, dass ich dieses technische Wort auf Spanisch verstehe, denn er dreht seine seine Faust in der Luft energisch um 90 Grad und macht dazu noch ein dramatisches Gesicht), funktioniert auch nicht. Na, und was macht man dann um halb fünf Uhr morgens? Na? "Empujar" - schieben. So ein Jeep ist fast so schwer wie ein Elefant, der Morgen kalt und wir müde. Es dauert auch einige Zeit, bis wir uns auf eine Fahrtrichtung einigen. Denn der Fahrer möchte aus irgendwelchen Gründen, dass wir den Wagen von vorn nach hinten schieben. Nach einigen erfolglosen versuchen geben wir noch Mal alles und schieben den Wagen einen Miniberg kurzerhand vorwärts. Jawohl - er springt an und wir sind alle glücklich und kommen ein paar Stunden später gesund und munter wieder in Chile an.

Das wars vom anderen Ende der Welt. Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und Ihr dem vorweihnachtlichen Stress entfliehen konntet. Ich wünsche Euch ganz tolle Weihnachten und einen sanften Rutsch in das Jahr 2009.
Bis bald!

Eure Julia

PS: Für neue Fotos guckst Du hier:

Eingestellt von lulela79 06:33 Archiviert in Bolivien Tagged backpacking Kommentare (0)

Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald...

Im argentinisch, chilenischen Niemandsland...

Hey Ihr Lieben,

Grüße immer noch aus Chile, wenn ich auch mittlerweile schon ein wenig weiter im Norden angekommen bin... In den letzten Wochen bin ich vom Süden Argentiniens vom Gletscher Perito Moreno bis nach Barrloche (Mitte Argentiniens) gefahren. In der Nähe von Barriloche habe ich mich mit einem Israeli auf Wanderung begeben. Mal abgesehen von zig Diskussionen über die Geschichte und Informationen wie beispielsweise, dass sie die meisten Israelis Angst vor den Deutschen haben ihnen heute noch gesagt wird, dass sie vorsichtig mit diesem Volk sein sollen, habe ich auch zum ersten Mal auf einer Wanderung einen Kompass gebraucht!

Es war sozusagen eine interkulturelle Outdoorerfahrung! Nachdem ich also x Mal als "Nazi" tituliert worden bin und ob ich "ihn denn im Wald umbringen wolle"(!) - der Humor dieser Menschen ist oft ein wenig seltsam, ich hatte auch noch mit anderen I. das Vergnügen zu Diskussionen - ging es dann auf in den Wald.

Der Plan: Wir wollen drei Tage am See entlang wandern und anschließend noch eine Zwei-Tage-Trek auf einen Berg hinauf laufen. Wegen diversen Verirrungen und mangelhafter Kondition meines militärisch geschulten Reisebegleiters haben wir für diesen Trek aber satte fünf Tage gebraucht!

Der erste Tag barg auch schon das erste Problem: eine Flussüberquerung eines nicht zu durchquerenden FLusses. Des Rätsels Lösung: wir müssen für diese Überquerung ein Boot nehmen, welches allerdings am Anfang des Treks liegt... Also alles wieder zurück laufen und mit dem Boot übersetzen.

Ein paar Stunden und Kuhwiesen später verliert sich der Pfad auf einer mit Bäumen bewachsenen Kuhwiese. Ringsum starten eine Reihe anderer Pfade - also alles kein Problem - denken wir. Nachdem der von uns gewählte Pfade immer dünner und der Wald immer dichter wird, wird mir bewusst, dass wir eindeutig auf dem "Holzweg" sind. Wiir beschließen umzukehren, aber auf mysteriöse Weise ist der Pfad nun verschwunden...

Während ich mich noch frage, wie sich das alles zugetragen hat, dass ich im "Hänsel-und Gretel-Style" im argentinischen Wald fest hänge, will Shahar immer nur nach Süden. Dann würden wir an den See kommen (dessen Ufer so dicht bewachsen ist, dass man eigentlich nur ins Dorf zurück schwimmen kann!). Hierzu muss noch gesagt werden, dass er am Anfang groß geprahlt hat, dass er Karten lesen könne, was sich Mal als vollkommen falsch erwiesen hat! (ist auch etwas, was sie im Militär gelernt haben, ich frage mich seitdem, wie die überhaupt ihre Feinde finden, aber egal)...

Meine Wenigkeit, die ja nun nicht so der Held im Kartenlesen ist, überlegt und setzt den Kompass an (und zwar zur Baumkuhwiese). Die norwegische Sportschule hat sich doch glatt Mal gelohnt, denn in weniger als fünfzehn Minuten sind wir über Stock und Stein und durch dichtes Gestrüpp wieder am Ausgangspunkt angelangt. UND DANN SEHEN WIR DIE MARKIERUNG! Ein Plastikfitzelchen, was hoch über unseren Köpfen am Ast baumelt! Auf magische Art und Weise steht plötzlich auch ein Schild auf der Wiese (hinter dem Baum versteckt, versteht sich) und wir kommen ein paar h später bei den argentinischen Carabineros an. Die freuen sich, dass sie Mal jemand andere Menschen als nur ihre Kollegen sehen und unterbrechen ihr Fussballspiel um ein wenig mit uns zu schnakken...

Der Wanderweg liegt teils in Argentinien und teils in Chile, wir müssen also vier Stempel sammeln gehen (raus, rein, rein, raus ) sozusagen...
Der Wanderweg ist recht anstrengend, es geht viel auf und ab. Aber oben angekommen wird man fast immer mit einer klaren Aussicht auf die blauen Seen belohnt. Die Brücken auf diesem Wanderweg sind ein Thema für sich - Deutsches Sicherheitsdenken ist schon völlig fehl am Platz, aber ich kann mich nur sehr schwer davon lösen... Weil wir sonst aber nicht weiter kämen wackele, balanciere ich vor mich hin und halte ich diverse Male bei dem Gang über Baumstämme und unstete Brücken den Atem an.

Bei der argentinischen Grenzstelle wurde uns eingeschärft, dass wir bei den "Los Hitos - Grenzübergang" unsere Pässe zeigen sollen. Bei den "Los Hitos" ist aber keiner. Und es kommt natürlich auch niemand vorbei, den man fragen könnte. In fünf Tagen begegnen wir lediglich einer Gruppe von Reitern, die innerhalb von einer Minute vorbei geritten sind und alles ist wieder menschenleer...Da wir zu müde sind, um weiter zu wandern, schlagen wir unser Zelt auf.

Nach diversen Verirrungen in einem anderen Wald und falschen Wegabzweigungen (einige Wege sind nämlich nicht auf der Karte eingezeichnet!) kommen wir tatsächlich bei der Grenzstelle in Chile an. Nicht ohne vorher noch einen Auswanderer aus dem Schwabenländle getroffen zu haben, der mitten im Nirgendwo ein chilenisches Haus gekauft und uns den Weg erklärt hat. (Weil die Schilder irreführend waren, standen wir nämlich irgendwann in seinem Garten, dem einzigen Haus auf dem Weg...)
Die chilenischen Carabineros scheinen im Gegensatz zu ihren argentinischen Kollegen keine Fussballfans zu sein und spielen bei unserer Ankunft Tischtennis. Auch sie sind sehr nett und geben uns Tipps, wo man Wasser trinken und das Zelt aufschlagen kann. Ich verstehe allerdings nur die Hälfte und setze eine fragende Miene auf. Mein Unverständnis erkennt der chilenische Carabinero auch gekonnt und wiederholt seine Informationen noch fünf Mal, jedes Mal in einem noch schnelleren Tempo...

Ja -und nun sind wir am Ende des Treks angelangt und die nächsten Tage geht es alles wieder zurück...
Es war richtig schön, Mal wieder lange in der Natur zu sein, ich werde dies bestimmt noch einige Male auf meiner Reise machen.

Auch gibt es eine kleine Neuigkeit, ich komme voraussichtlich erst Mitte April zurück...

Ich hoffe es geht Euch allen gut, viele liebe Grüße
Julia :)

PS: Nun bin ich "nazifrei" wieder allein unterwegs fahre weiter nach Peru... :)

Eingestellt von lulela79 07:35 Archiviert in Argentinien Tagged backpacking Kommentare (0)

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